Arbeitsmedizin

Berufsbezogene Maßnahmen

Wesentliches Ziel einer „klassischen“ medizinischen Rehabilitation ist es, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Patienten wiederherzustellen und möglichst zu erhalten. Wird der Blick geschärft, umfasst dieser Begriff der Wiederherstellung verschiedene Ebenen, z. B. die weitgehende Rückerlangung bzw. Wahrung von Selbstständigkeit, was die Sicherung der Erwerbsfähigkeit einschließt. Diesem Zusammenhang zwischen medizinischer Behandlung und den Anforderungen des Berufslebens schenken die Mitarbeiter unseres Medizinischen Zentrums für Arbeit und Beruf ihre volle Aufmerksamkeit.

Selbstständigkeit wahren oder wiederherstellen, auf eigenen Beinen stehen können, unabhängig bleiben: Gerade für berufstätige Patienten sind dies Kriterien, die eine erfolgreiche Rehabilitation ausmachen. Doch wie kann das Ziel einer möglichst nachhaltigen beruflichen Wiedereingliederung erreicht werden? Schließlich sind die von Erkrankungen und Unfällen Betroffenen mit einer völlig neuen Situation konfrontiert – physisch und psychisch.

So setzen Ermüdungserscheinungen nach vermeintlich überstandener Erkrankung plötzlich früher ein als zuvor. Einst selbstverständliche, täglich hundertfach wiederholte Verrichtungen werden zur Qual. Folglich besteht die Gefahr, durch Über- bzw. Fehlbelastungen neuerliche körperliche Schädigungen hervorzurufen. Hinzukommen möglicherweise Unzufriedenheit, Selbstzweifel bis hin zu Existenzängsten, die sich massiv auf das seelische Wohlbefinden niederschlagen können.

Für den langfristigen Erfolg eines Rehabilitationsverfahrens und einer dauerhaften Wiedereingliederung in das Arbeitsleben bedarf es deshalb neben rein medizinischen Maßnahmen auch ergänzender berufsbezogener Elemente. In unserem beruflich-medizinischen Fachbereich fördern wir anhand unserer Rehabilitationskonzepte MBO®, MBR und ABMR Menschen, die körperlich, seelisch und geistig durch Unfälle oder Erkrankungen in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind.

Leistungsspektrum

Aufbauend auf bereits durchgeführte Maßnahmen während der medizinischen Rehabilitation bzw. in Ergänzung dieser, widmet sich die Medizinisch-berufsorientierte Rehabilitation (MBO®) den tätigkeitsbezogenen Fragestellungen und Bedürfnissen des Patienten. Im Rahmen der Behandlung werden die konkrete berufliche Situation des Patienten unter Berücksichtigung von dessen Krankheitsbild analysiert, berufsbezogene Anwendungen und Therapien durchgeführt sowie verhaltens- und arbeitsplatzergonomische Verhaltensweisen aufgezeigt.

Als Folge von schweren Erkrankungen oder Unfällen, kann eine weitere Ausübung des bisherigen Berufs für den Patienten unmöglich werden. In dieser, an die rein medizinische Rehabilitation anschließenden, berufsspezifischen Phase, werden mittels Funktionstests und in Gesprächen zunächst die Fähigkeiten und Neigungen des Patienten klargestellt. Gemeinsam mit Berufspädagogen und Arbeitsmedizinern werden Perspektiven entwickelt, die dem Betroffenen eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt und damit ein höheres Maß an Selbstständigkeit bieten sollen. Damit einhergehend wird das Ziel verfolgt, durch eine Fortführung der ergo- und physiotherapeutischen Anwendungen den körperlichen Allgemeinzustand des Patienten weiterhin zu verbessern.

Die MBO®-Kompaktwoche bietet grundsätzlich ein ähnliches Leistungsspektrum wie eine „klassische“ MBO®-Maßnahme, allerdings gestrafft auf eine Dauer von sieben Tagen.

Medizinisch berufsorientierte Prävention soll vorbeugend – also präventiv – zum Erhalt der körperlichen und psychosozialen Gesundheit beitragen. Dies gilt besonders bei unvermeidbaren Belastungen am Arbeitsplatz (z. B. Stress/Zeitdruck, personelle Konflikte/Mobbing, schwere und einseitige Hebe-/Trage-/Bewegungsaufgaben) oder bei zusätzlichen Belastungen im familiär-gesellschaftlichen Umfeld (Angehörigen-Pflege, schwierige Erziehungsaufgaben, Doppel- und Mehrfachbelastungen) oder bei weiteren schädlichen Einflüssen (Nikotin- oder übermäßiger Genussmittelkonsum, Bewegungsmangel, Falsch- oder Überernährung, fehlender Freizeitausgleich).

Auch hierbei handelt es sich um eine Behandlungsform, die einen starken Bezug zur beruflichen Tätigkeit aufweist. Behandelt werden vornehmlich Patienten, die Krankheiten bzw. Schädigungen aus dem orthopädischen Fachspektrum aufweisen. In Abgrenzung zu MBO® bzw. MBR, die von der Rentenversicherung finanziert werden, ist der Kostenträger der ABMR die Berufsgenossenschaft.

Medizinisches Zentrum für Arbeit und Beruf

In unserem Medizinischen Zentrum für Arbeit und Beruf (MedZAB) ist es möglich, verschiedenste Berufsfelder mittels Modellarbeitsplätzen detailgetreu nachzustellen. Die Patienten erlernen dort den Umgang mit ihrer veränderten körperlichen Situation, den Einsatz von Hilfsmitteln und ergonomisches Handeln realitätsnah und ihrem beruflichen Umfeld entsprechend. Auf diese Weise werden sie ideal auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz vorbereitet.

MedZAB I

In unserem MedZAB I findet zu einem großen Teil das Ergonomietraining statt. In dessen Rahmen werden den Patienten Verhaltensweisen vermittelt, die in Folge einer Erkrankung für den beruflichen Alltag hilfreich sein können. Einen wesentlichen Aspekt stellt beispielsweise das schonende Heben und Bewegen von Lasten dar. Zudem können viele weitere körperliche Verrichtungen trainiert und deren ergonomisch korrekte Ausführung geschult werden.

MedZAB II

MedZAB II umfasst u. a. die Modellarbeitsplätze für die Bereiche Einzelhandel und Büro. Entsprechend sind dort z. B. Regale mit Waren, Verkaufstresen inkl. Kasse und verschiedene Büroarbeitsplätze samt EDV-Ausstattung zu finden, an denen realitätsnah die jeweiligen beruflichen Inhalte abgebildet werden können. Darüber hinaus können Tätigkeiten aus den Bereichen der Pflegeberufe sowie Aktivitäten rund um’s Auto nachgestellt werden.

MedZAB III

Bohren, sägen, schrauben, hämmern, schweißen: In MedZAB III werden vornehmlich Tätigkeiten aus dem Bereich verschiedener handwerklicher Berufe geschult. Unter realen Bedingungen können etwa Arbeiten aus der Holz- bzw. Metallverarbeitung, der Montage oder der Elektrotechnik in einem ausschließlich zu diesem Zweck errichteten Nebengebäude durchgeführt werden. Ferner sind dort der Modellarbeitsplatz Planungsbüro sowie eine voll ausgestattete Werkstatt zu finden.

Image 01Image 02Image 03Image 04Image 05Image 06
Anschrift
Klinik Bavaria Bad Kissingen
Von-der-Tann-Str. 18-22
97688 Bad Kissingen

Tel.: 0971 829-0
Fax: 0971 829-780
info@klinik-bavaria.com
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.